Ein Anfänger-Leitfaden zum Aufbau eines Kundenbindungsprogramms

Wer einen Onlineshop betreibt oder eine Dienstleistung im Internet anbietet, trifft mittlerweile auf viele Mitbewerber. Zahlreiche Unternehmer stellen sich die Frage, ob sich der Aufbau einer solchen Webseite noch lohnt. Wird man gefunden, kommt das Angebot gut an oder scheitert man von Anfang an?

Selbstverständlich hat jeder noch Chancen. Es kommt in erster Linie darauf an, um welches Produkt oder Serviceangebot es sich handelt. Je spezieller, desto besser, selbst wenn es auf dem Sektor schon Konkurrenz gibt.

Ein optimales Beispiel sind Online Casinos. Hunderte Plattformen tummeln sich im Netz und dennoch verdienen viele davon gutes Geld. Wie man sieht, ist genügend Kundschaft vorhanden. Man muss nur wissen, wie man sie erreicht. Dazu gibt es in diesem Artikel ein paar hilfreiche Tipps zum Einstieg.

Unternehmer müssen ihre Kunden kennen – Zielgruppenanalyse
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Manche Unternehmer machen einen großen Fehler: Sie verkaufen ihre Produkte an ein gemischtes Publikum und wissen nicht, wie die Zielgruppe eigentlich aussieht. Dies gilt es im ersten Schritt herauszufinden. Teenager etwa spricht man im Web anders an als Anwälte und Doktoren. Aus diesem Grund sollte man ein Profil seines perfekten Kunden erstellen.

  • Wie alt ist der Kunde?
  • Was hat er für Träume?
  • Welche Probleme schleppt er mit sich herum?
  • Wie viel Geld wird der Käufer wohl ausgeben?

Nehmen wir an, es handelt sich um eine Casinoplattform, der Interessent ist 25 Jahre alt, hat wenig Geld und mag Filme und Serien wie Game of Thrones, South Park und Co. Dann wird er eher etwas investieren, wenn er Spielautomaten mit entsprechenden Themen und Lizenzen vorfindet. Muss er nur 1 Euro zum Testen im Casino einzahlen, wird er mit höherer Wahrscheinlichkeit Mitglied werden als bei einem Einzahlungslimit von 50 Euro.

Anders sieht die Sache bei einem High Roller aus. Dieser Kunde ist um die 50, steht gut im Leben, ist luxusorientiert und will als VIP wahrgenommen werden. Er wird eher von lukrativen Treueangeboten angezogen. Die Webseite darf edel sein und die Limits sind bestenfalls im oberen Bereich angesiedelt. Dies war ein kleines Beispiel, wie zwei unterschiedliche Menschen eine fast identische Dienstleistung betrachten.

Das Vertrauen der Kundschaft wecken

Egal, um was es sich handelt, Kunden mögen authentische Angebote. Youtube ist zum Beispiel die ideale Plattform, um sich zu präsentieren und ein Verhältnis zu seinen potentiellen Kunden aufzubauen. Ein Fitness Coach macht sich etwa beliebt, wenn er jede Woche ein neues Video hochlädt, in dem er zeigt, was er kann. Die Abonnenten seines Kanals sind begeistert, sehen nach kurzer Zeit Erfolge und wünschen sich weitere Tipps zum Training. Da sie ihm vertrauen, buchen sie seine Kurse nun eher oder kaufen seine Bücher.

Etliche erfolgreiche Beispiele gibt es bereits. Sophia Thiel beispielsweise war eine aufstrebende Fitness-Youtuberin, die sogar Werbeverträge an Land zog. Authentisch sein, zeigen was man kann und hochwertige Produkte präsentieren – das sorgt für Kunden, denn diese suchen immer und überall nach Lösungen. Wie findet man den Traummann? Wie nimmt man langfristig ab? Wie dekoriert man ein Aquarium? Etc.

Manche Dienstleister und Firmen begehen einen Fehler: Sie verstecken sich hinter einem Pseudonym, locken Interessenten in kostenlose Gruppen und ködern sie mit gratis Angeboten. Nichts gegen Freebies an sich. Doch sie sollten nicht das Einzige sein. Besser ist, sich im Vorfeld zu zeigen. Nutzer lieben das, was sie kennen und sind am Ende eher bereit, zu kaufen. Wer es nötig hat, Kunden aggressiv anzulocken und sie mit „Kaufe sofort oder nie“ zu bedrängen, wird auf Dauer nicht erfolgreich sein. Niveau zählt in der heutigen Zeit noch stärker als sonst.

Produkte nicht zu schnell auf den Markt bringen

“Launche heute deinen Online Kurs!” oder “Verfasse in 24 Stunden ein E-Book!” – wie oft lesen wir solche Sätze? Machbar wäre es, doch wie sieht es mit der Qualität aus? Wer seine Kunden langfristig halten will, arbeitet mit Bedacht an seinen Kampagnen. Einen hochwertigen Online Kurs zu erstellen, dauert viele Wochen bis Monate, vor allem, wenn es ein umfangreiches Projekt darstellt. Auch macht es Sinn, ihn gegenchecken zu lassen.

Ist das Produkt fertig, freuen sich unabhängige Tester darauf, es auszuprobieren. Testkunden sind ideal für erste Rezensionen und Produktverbesserungsvorschläge. Handelt es sich um ein E-Book oder um ein Buch im Eigenverlag, überprüft dies am besten ein Lektor, denn eigene Fehler übersieht man schnell und sie mindern am Ende die Qualität enorm.

Günstige Angebote wirken immer – wenn sie ehrlich sind

Wir erwähnten das 1 Euro Einzahlungsangebot im Casino. Kunden mögen solche Promotionen. Ist der Kunde von der Aktion überzeugt, investiert er eher Geld. Wer eine Spielbank betreibt, setzt aber nicht nur auf niedrige Limits, auch Treueprämien sind von Vorteil. Treuepunkte werden immer gern gesammelt, sie funktionieren seit Jahrzehnten auch in anderen Geschäftszweigen.

Supermärkte, Fluglinien und Co. vertrauen beispielsweise auf diese Art der Prämie. Es ist das Kundenbindungsprogramm schlechthin. Treu bleiben Kunden jedoch nur, wenn man auch weiterhin für Begeisterung sorgt. Eben deswegen ist die Vorbereitung so wichtig. Authentizität, Qualität und hilfreiche Inhalte sind gefordert, sonst bringen Kundenbindungsprogramme nichts.

Abonnements sind ideal, um Interessenten zu binden

Viele Kunden sind eher bereit, kleine Beträge über einen längeren Zeitraum zu bezahlen, auf einen Schlag viel Geld auszugeben. Ein Beispiel dafür sind Streamingangebote. Netflix etwa verlangt monatlich rund 10 Euro. Diese Summe schmerzt kaum und ist für die meisten Nutzer problemlos regelmäßig zu entrichten. Würde man sofort 50 Euro verlangen, wäre die Hälfte der möglichen Kundschaft vermutlich abgeschreckt. Bei annehmbaren Monatsgebühren bleibt ein Großteil voraussichtlich angemeldet, einfach, weil der Betrag keine große Hürde darstellt.

So zahlen sich Abonnements aus. Selbst 1-Euro-Abos bringen viel. Wer seinen Käufern zeigt, dass sie für ihr Geld viel bekommen, hat im Laufe der Zeit zufriedene Kunden, die bleiben. Auch hier kommt es auf die Zielgruppe an. Es gibt genügend Menschen, die gern auch mehr ausgeben können. Es muss nicht immer billig sein. Deswegen sind im Vorfeld Analysen notwendig, um überhaupt zu wissen, welche Kundenbindungsprogramme Sinn ergeben.

Wichtig: Der Kunde sollte die Möglichkeit erhalten, monatlich zu kündigen. Weitere Vergünstigungen sind ebenfalls sinnvoll, zum Beispiel, indem man Prämien anbietet oder den Preis nochmals reduziert: “Wer 12 Monate bleibt, erhält ein Gratis Tablet und zahlt nur 19 Euro”.

Fazit

Wer Kunden binden will, glänzt nicht nur mit Angeboten zum Nulltarif und Gutscheinen. Glaubwürdigkeit, Qualität und hilfreiche Inhalte sind das A und O. Nur so funktionieren Kundenbindungsprogramme wie erwartet.

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