„Die Witwe“ von Fiona Barton – Psychologische Raffinesse, aber zu wenig Spannung

Es ist schon etwas länger her, dass ich euch ein Buch vorgestellt habe. Heute stelle ich euch das Buch „Die Witwe“ von Fiona Barton vor. Testen durfte ich dieses Buch über Blogg dein Buch.

Mein Produkttest:

Wie eingangs erwähnt ist die Autorin Fiona Barton und das broschierte Buch umfasst 432 Seiten. Es ist ein Kriminalroman und stammt vom Wunderlich Verlag, welcher 1926 von Rainer Wunderlich in Tübingen gegründet wurde und seit 1985 Teil der Rowohlt Verlage ist. Das Buch erschien am 21. Mai 2016 und die ISBN ist 978-3-8052-5097-9. Wenn ihr wissen wollt, ob das Buch etwas für euch ist, findet ihr hier die Leseprobe des Buchs. Kaufen kann man das Buch für 16,99 € als Paperback, 9,99 € als Taschenbuch und 14,99 € als E-Book auf der Seite des Rowohlt Verlags. Wenn ihr immer auf dem neuesten Stand sein wollt, findet ihr hier die Facebook Seite des Rowohlt Verlags.

Über Fiona Barton: 

Sie wurde in Cambridge geboren und arbeitete lange bei der «Daily Mail», beim «Daily Telegraph» und bei der «Mail on Sunday». Für ihre Tätigkeit gewann sie den britischen Preis «Reporter of the Year». Viele Jahre war sie als Prozessbeobachterin und Gerichtsreporterin für verschiedene Medien tätig. Heute arbeitet sie als Medientrainerin. «Die Witwe» ist ihr erster Roman.

Über das Buch:

In dem Buch geht es um die Aufklärung der Entführung eines kleinen Mädchens. Dabei wird die Geschichte in Southampton aus vier verschiedenen Sichtweisen sowie abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt. So bekommt man einen Einblick in die Sicht der Witwe Jean Taylor, der Journalistin Kate Waters, dem Polizist Bob Sparkes und der Mutter Dawn Elliott. Hier einmal der Klappentext für euch:

Ganz England ist in Aufruhr, als Bella Elliott aus dem Vorgarten ihrer Mutter verschwindet. Wie kann ein kleines Mädchen im beschaulichen Southampton einfach so verloren gehen?
Bellas Mutter will nicht glauben, dass ihre kleine Tochter womöglich tot ist.
Der mit den Ermittlungen betraute Detective Bob Sparkes kommt schließlich dem Lieferkurier Glen Taylor auf die Spur. Nächtelang sitzt Glen am Computer, treibt sich in Pädophilen-Foren herum und bunkert kinderpornographische Bilder. Für die Medien ist er der Täter. Wochenlang kampieren die Journalisten vor dem hübschen Häuschen, das Glen zusammen mit seiner Frau Jean bewohnt. Die Journalistin Kate Waters ist extra auf Jean angesetzt, um eine Exklusivgeschichte zu bekommen: Wie fühlt man sich als Frau eines mutmaßlichen Täters?
Jean bleibt bei ihrem Mann, schließlich hat sie ihm geschworen, zu ihm zu stehen, in guten wie in schlechten Zeiten.
Dann stirbt Glen.
Doch vier Menschen lässt der Fall Bella Elliott nicht los:
die Mutter,
den Polizisten,
die Journalistin
und die Witwe…

Meine Meinung zum Buch:

Neben einer packenden und interessanten Einleitung, gefiel mir die strukturelle Aufmachung des Buchs sehr gut. Durch die verschiedenen Sichtweisen sowie Zeitsprünge gewann das Buch an Tiefgang und auch an Spannung. Schade war nur, dass Letzteres nicht komplett ausgereizt wurde, da sie schnell wieder abflaute und sich die Story in die Länge zog. Der Spannungsbogen hätte gerne noch bis an die Spitze getrieben werden können. Dafür konnte das Buch durch seine psychologische Raffinesse punkten und mich phasenweise absolut fesseln. Trotz dessen, dass immer mehr Fragen aufgeworfen wurden und sich diese zuspitzen, war mir das Buch nicht spektakulär genug. Allerdings wurden alle Fragen zum Ende hin aufgeklärt, wie die Frage, was mit dem kleinen Mädchen passiert ist. Weiterhin gab es zig Wendungen, sodass das Buch stets eine Überraschung für mich war und nie vorhersehbar war und dies bis zum Ende. Zudem muss man sagen, dass es ein Roman ist und kein Thriller.
Durch die verschiedenen Sichtweisen hatte man die Möglichkeit sich noch besser in die Geschichte hineinzuversetzen. Zudem bekam man so tiefgreifendere Einblicke in den Beruf einer Journalistin und eines Polizisten. Trotz der Zeitsprünge, verschiedenen Sichtweisen und vielen Wendungen in der Geschichte, schaffte es die Autorin, die Handlung verständlich zu machen. Auch sonst ist der Schreibstil sehr angenehm und flüssig zu lesen.
Was mir etwas gefällt hat, war die Herausbildung der Emotionen der Protagonisten. Natürlich stelle ich es mir schwer vor, alle Charaktere bzw. dessen Gefühls- und Gedankenwelt authentisch darzustellen, bei vier verschiedenen Sichtweisen. Allerdings fehlte mir zum Beispiel der tiefgreifende und langanhaltende Schmerz seitens der Mutter, des entführten Kindes. Dies machte es mir etwas schwer mich zu 100 % mit den Charakteren zu identifizieren und mit ihnen warm zu werden. Auch mit der Rolle der Witwe Jean Taylor konnte ich mich schwer identifizieren, obgleich das Buch dem Leben zwischen ihr und ihrem Mann viele Seiten gewidmet hat. Teilweise war es einfach schrecklich zu sehen, wie sie sich von ihrem Mann abhängig gemacht hat und ich hätte am liebsten eingegriffen und sie dazu gebracht, sich von ihrem Mann zu lösen. Um so erschreckender war es zu lesen, wie das Eheleben für die Außenwelt wirkte bzw. was Glen und Jean dieser glauben machen wollten. Dafür schafft sie es nach dem Tod ihres Mannes, dem erdrückende Beweise zur Last gelegt wurden, sich so langsam von ihm zu befreien und endlich sie selbst zu sein. Gut gefallen hat mir jedoch die Rolle von Bob, der gute Polizeiarbeit leistete. Zudem kam ich mir fast wie seine Partnerin vor, die mit ihm ermittelt und miträtselt. Die Journalistin Kate hatte stets an Jean zu knabbern, die ihr DIE Story liefern könnte, aber hier liegt die Betonung auf könnte, da Jean stets sehr verschwiegen war. Wahre Emotionen kamen jedoch trotzdem auf, wie Trauer, Wut oder auch Verzweiflung, jedoch mehr aufgrund der Tat, als wegen der Charaktere.

Ein Kriminalroman der auf Psychologie und Ermittlungsarbeit setzt. Was geschah wirklich mit Bella? Die Wahrheiten und Hintergründe sind wirklich sehr gut, mir haben hierbei jedoch einige Überraschungen und vor allem der richtige Endknall gefehlt.

Mein Fazit:

Sum­ma sum­ma­rum konnte mich das Buch „unterhalten“, wenn ich auch nicht vor Spannung platze, bis auf einige Abschnitte im Buch. Dafür war das Buch nie vorhersehbar und konnte mich durch die vielen Wendungen stets überraschen. Das Besondere an dem Buch ist der Perspektivwechsel zwischen den vier Charakteren und den Zeitsprüngen. Dies macht den Krimialroman zu einer etwas anderen Entführungsgeschichte mit einer guten Portion psychologischer Raffinesse.

Vielen Dank an das Team von Blogg dein Buch, für diesen “” Test.

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Bildrechte: Mirellas Testparadies

Dies ist ein Beitrag mit Produktsponsoring! Dennoch gibt er meine unverfälschte Meinung wieder!

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